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Beschreibung
Der Faktor Zeit. Eine neue Perspektive auf die historische Gewalt- und [...] Menschen hungern zählte und zählt zu den wiederkehrenden Erscheinungen in Kriegen und Besatzungen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts jedoch eskalierte eine Mangelversorgung häufig zu Aushungern oder gar Verhungernlassen als Element von Herrschaftsausübung wie von Kriegführung. War Hungern zwar immer auch Folge der Gewalt, so wurde es nun zur Gewalt selbst. Welche Rolle spielte bei dieser Eskalation von Hungerpolitiken der Faktor Zeit? Die temporalen Signaturen von Hungergewalt wurden bislang erstaunlich wenig erforscht. Die Autorinnen und Autoren in diesem Band nehmen sich dieses Desiderats an. Dabei gehen sie von dem Befund aus, dass Hungern als »slow physical violence« verstanden werden kann. Denn Langsamkeit prägte Logiken wie Praktiken der Verursacher, aber auch die Erfahrungen der Hungernden. In neun Fallstudien analysieren sie u. a. die Alliierten Seeblockaden im Ersten Weltkrieg, die Mangelversorgung im Spanischen Bürgerkrieg, Erfahrungen und Politiken der Unterernährung in den Ghettos im besetzten Polen, während der deutschen Besatzung sowjetischer Städte ab 1941 sowie in deutschen Psychiatrien während des Nationalsozialismus. Um Menschen hungern zu lassen, braucht es die Interaktion vieler Faktoren. Die Zeit, so das Fazit der Forschungen, ist für das Verständnis dieser Gewaltform essenziell.
Der Faktor Zeit. Eine neue Perspektive auf die historische Gewalt- und [...] Menschen hungern zählte und zählt zu den wiederkehrenden Erscheinungen in Kriegen und Besatzungen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts jedoch eskalierte eine Mangelversorgung häufig zu Aushungern oder gar Verhungernlassen als Element von Herrschaftsausübung wie von Kriegführung. War Hungern zwar immer auch Folge der Gewalt, so wurde es nun zur Gewalt selbst. Welche Rolle spielte bei dieser Eskalation von Hungerpolitiken der Faktor Zeit? Die temporalen Signaturen von Hungergewalt wurden bislang erstaunlich wenig erforscht. Die Autorinnen und Autoren in diesem Band nehmen sich dieses Desiderats an. Dabei gehen sie von dem Befund aus, dass Hungern als »slow physical violence« verstanden werden kann. Denn Langsamkeit prägte Logiken wie Praktiken der Verursacher, aber auch die Erfahrungen der Hungernden. In neun Fallstudien analysieren sie u. a. die Alliierten Seeblockaden im Ersten Weltkrieg, die Mangelversorgung im Spanischen Bürgerkrieg, Erfahrungen und Politiken der Unterernährung in den Ghettos im besetzten Polen, während der deutschen Besatzung sowjetischer Städte ab 1941 sowie in deutschen Psychiatrien während des Nationalsozialismus. Um Menschen hungern zu lassen, braucht es die Interaktion vieler Faktoren. Die Zeit, so das Fazit der Forschungen, ist für das Verständnis dieser Gewaltform essenziell.
Zusammenfassung
Birthe Kundrus, geb. 1963, ist Professorin für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Hamburg.Veröffentlichungen u. a.: »Dieser Krieg ist der große Rassenkrieg«. Krieg und Holocaust in Europa (2018).
Tatjana Tönsmeyer, geb. 1968, ist Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Bergischen Universität Wuppertal.Veröffentlichungen u. a.: Unter deutscher Besatzung. Europa 1939-1945 (2024); Fighting Hunger, Dealing with Shortage. Everyday Life under German Occupation in World War II. A Source Edition, (Hg., 2021); Coping with Hunger and Shortage under German Occupation in World War II, Mithg., 2018).
Details
Erscheinungsjahr: 2026
Genre: Geisteswissenschaften, Geschichte, Kunst, Musik
Rubrik: Geisteswissenschaften
Medium: Buch
Inhalt: 240 S.
ISBN-13: 9783835357662
ISBN-10: 3835357662
Sprache: Deutsch
Einband: Gebunden
Redaktion: Kundrus, Birthe
Tönsmeyer, Tatjana
Herausgeber: Birthe Kundrus/Tatjana Tönsmeyer
Hersteller: Wallstein Verlag GmbH
Verantwortliche Person für die EU: Wallstein Verlag GmbH, Geiststr. 11, D-37073 Göttingen, info@wallstein-verlag.de
Maße: 226 x 147 x 22 mm
Von/Mit: Birthe Kundrus (u. a.)
Erscheinungsdatum: 22.07.2026
Gewicht: 0,45 kg
Artikel-ID: 135904891