Geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlicher Anzeiger ¿ Zeitschrift der philosophisch-historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 160. Jahrgang (2025)
Taschenbuch

Geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlicher Anzeiger ¿ Zeitschrift der philosophisch-historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 160. Jahrgang (2025)

Das Naturverständnis und -verhältnis in der Geschichte der Soziologie

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Beschreibung

In welchem Verhältnis stehen die Bedingungen der Möglichkeit von Gesellschaft, soziales Handeln, soziale Ordnungsleistung und sozialer Wandel zu Naturprozessen? Seit ihrer Entstehung ringt die Soziologie mit der Frage, was "Natur" und was "Gesellschaft" ausmacht und ob beide Sphären als getrennt oder untrennbar zu denken sind. Die Diskussionen halten bis heute an. Verkompliziert wird jede Verhältnisbestimmung dadurch, dass nicht von vornherein ausgemacht ist, was überhaupt "Gesellschaft" und was eigentlich "Natur" sei. Gleichwohl war der Naturbezug für die Herausbildung und das Selbstverständnis der Soziologie prägend. Bereits Auguste Comte arbeitete mit den aus der Biologie stammenden Begriffen "Milieu", "Organismus" und "Leben", um gesellschaftliche Prozesse zu beschreiben. Die Organismus-Metapher erwies sich dabei als ein nicht nur für die Soziologie, sondern auch für benachbarte Sozialwissenschaften wirkmächtiges Bild, mit dem Gesellschaft analog zu Naturprozessen begriffen und beschrieben wurde. Ähnlich verhielt es sich mit dem Konzept der "Evolution", das durch die Rezeption Darwins prominent wurde, während vitalistische Ansätze die Lebenskraft im Sozialen betonten. Zugleich ist jeder Bezug zu "Natur" immer schon sozio-kulturell vermittelt. Damit ergibt sich bis heute die Grundsatzfrage, ob die Soziologie eher den Kulturwissenschaften zuzurechnen oder an den Naturwissenschaften zu orientieren [...] von Stephan Moebius herausgegebene Schwerpunktheft beleuchtet den historischen Wandel des Naturverständnisses und -verhältnisses in der Soziologie - von naturalistischen, materialistischen, vitalistischen, pragmatistischen, kultur-, wissens- und geosoziologischen Konzepten bis hin zu Ansätzen, die den Natur-Kultur-Dualismus zu überwinden suchen. Die ökologische Krise verleiht diesen Perspektiven neue Dringlichkeit, wenn sowohl die Handlungsmacht der Natur als auch der Raubbau an ihr in den Fokus [...] Beiträgen von Stephan Moebius, Martin Hauff, Markus Schroer, Alex

Artikeldetails

EAN
9783700150701
Sprache
Deutsch
Einband / Art
Taschenbuch
Maße
244 x 170 x 15 mm
Erscheinungsjahr
2025
Verlag / Hersteller
Verlag D.Oesterreichische

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