'Autistischer Messias' gegen 'Autistische Gesellschaft'
Taschenbuch

'Autistischer Messias' gegen 'Autistische Gesellschaft'

Literarisierungen eines neuartigen Epochensyndroms in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur

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Beschreibung

Die Studie nimmt ihren Ausgang in der zunehmenden Relevanz, die dem Phänomen des Autismus als Metapher der gesellschaftlichen Selbstbeschreibung in den westlichen Industrienationen zugeschrieben wird. Susan Sontag hat auf die problematische Praxis hingewiesen, ein bestimmtes Krankheitsbild als fließende Symptomzusammenstellung des kulturellen Imaginären zur Diagnose des Zeitgeistes heranzuziehen: Das jeweilige epochale Leitsyndrom bündelt demnach zeittypische Ängste und Sorgen und verbildlicht sie zugleich.<p>Der Autor argumentiert, dass der Autismus auf neuartige Art und Weise die Reihe der massiv metaphorisierten Funktionsstörungen Tuberkulose, Krebs und AIDS in der Gegenwart fortsetzt. Das Spektrum autistischer Symptomatik dient immer häufiger als Referenzbasis, um bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen und ihren Einfluss auf unser Selbstverständnis zu umschreiben, zur Diskussion zu stellen und zu bewerten. Dabei wird diese Denkfigur, assoziativ an die unscharfe Definition des Autismus anknüpfend, primär mit den Diagnosen Empathielosigkeit, Kommunikationsstörung und innere Isolation verbunden.</p>

Artikeldetails

EAN
9783662727515
Sprache
Deutsch
Einband / Art
Taschenbuch
Maße
210 x 148 x 22 mm
Erscheinungsjahr
2026
Verlag / Hersteller
J.B. Metzler

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