Timor et tremor
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Timor et tremor

Angst in der Musik der Frühen Neuzeit

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Beschreibung

<p>Das Leben in der Frühen Neuzeit wurde von Gewalterfahrungen und Unsicherheiten bestimmt, die Furcht und Angst immer wieder zum Bestandteil des Alltags werden ließen. Verschiedene Formen der Musik - seien es Liedflugschriften, geistliche oder weltliche Vokalwerke - zeugen hiervon. Die artifizielle Verarbeitung von Ängsten lässt erkennen, wie sehr sie mit ihren sozialen und kulturellen Voraussetzungen verwoben sind: Sie thematisieren die drei großen Landplagen (Krieg, Pest und Hunger), Verbrechen wie Mord, Raub und Gewalt gegen Frauen ebenso wie die Furcht vor Gott und dem Jüngsten Gericht: Die Ungewissheit, ob dem Tode das ewige Leben oder die Verdammnis folgen werde, und der Gedanke an die ewige Höllenqual konnten unermessliche Angst bedeuten.</p><p>Wenn die Menschen die Angst vor der Natur oder die Furcht um ihr Seelenheil thematisierten, so sprachen sie auch von sich selbst. Die Art und Weise ihrer Selbstthematisierung bestimmte die Semantik der Angst, und die Artikulation des Schreckens ging wiederum mit Selbstthematisierung einher: Indem sie zu benennen versuchten, was sie existenziell bedrohte, gaben sie umfänglich und differenziert über ihr eigenes Selbst und all jenes Auskunft, wodurch dieses Selbst bestimmt wurde.</p>

Artikeldetails

EAN
9783515139281
Sprache
Deutsch
Einband / Art
Buch
Maße
244 x 176 x 27 mm
Erscheinungsjahr
2025
Verlag / Hersteller
Steiner Franz Verlag

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