Von einer NS-Autarkiegründung zum Exportunternehmen
Taschenbuch

Von einer NS-Autarkiegründung zum Exportunternehmen

Die Entwicklung des Chemiefaserwerks in Kelheim von 1935 bis 2004

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Beschreibung

<p>Um Devisen beim Baumwollimport zu sparen, regte das NS-Regime seit 1934 die Gründung von regionalen Zellwollewerken an, in denen aus heimischem Zellstoff (halb)synthetische Textilfasern hergestellt wurden. Eigentümer dieser Werke waren regionale Textilunternehmen.</p><p>Eines entstand 1935/36 im niederbayerischen Kelheim. Mark Spoerer und Martin Götz zeigen, dass dessen Gründung keineswegs Resultat einer von oben oktroyierten Entscheidung war, sondern viele süddeutsche Textilunternehmen ein eigenes Interesse hatten, sich an dieser neuen Technologie zu beteiligen. Obwohl zur Importsubstitution gegründet, entwickelte sich das Werk nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem ausgesprochenen Exportunternehmen. Für den sich globalisierenden Weltmarkt erwies es sich jedoch als zu klein, so dass es 1968 von Hoechst übernommen wurde. In den 1970er und 1980er Jahren nahm Hoechst umfangreiche Investitionen vor, insbesondere im Bereich des Umweltschutzes. 1993/94 trennte sich Hoechst von der Chemiefasersparte. Es gehört zur Ironie in der Geschichte dieses Werks, dass es gerade diese frühen Umweltinvestitionen waren, die ihm in der Folgezeit das Überleben in konzerninternen Standortwettbewerben sicherte.</p>

Artikeldetails

EAN
9783515137775
Sprache
Deutsch
Einband / Art
Taschenbuch
Maße
238 x 166 x 9 mm
Erscheinungsjahr
2025
Verlag / Hersteller
Steiner Franz Verlag

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