Tonfabeln
Buch

Tonfabeln

Vom Stoff, aus dem die Opern sind

32,00 €

inkl. MwSt. und Versand · Lieferzeit 1–2 Werktage

Gesetzliche Gewährleistung: 2 Jahre · Details

Nur noch 3 verfügbar

Weiter stöbern
Weiterempfehlen: Per WhatsApp teilen
Versandfertig in 1–2 Werktagen 14 Tage Widerrufsrecht Gesetzliche Buchpreisbindung – fairer Festpreis

Beschreibung

Vorwort, Anfang: Ein wahres und deshalb auch heute noch gültiges Wort vorab: "Die Kraft", schrieb Theodor W. Adorno 1968 in seinen musiksoziologischen Vorlesungen, welche - wohl nach wie vor - die Menschen an die Oper binde, sei "die Erinnerung an etwas, woran sie sich gar nicht mehr erinnern können, die legendär goldenen Zeiten des Bürgertums, die erst im eisernen Zeitalter einen Glanz gewinnen, den sie nie besaßen". [1] Die Geschichte des neuzeitlichen okzidentalen Kulturverständnisses war vom Aufstieg des Bürgertums geprägt. Zu dessen essenziellen Repräsentationen gehörten, oft mit emanzipatorischem Elan betrieben, die Theater. Zumal die durch und durch synkretistische Kunstform Oper. Einst in Adels­räumen anhebend, geriet sie, Favola in musica genannt, im Gang der Epochen zum sakrosankten Ort der Darstellung der aufgestiegenen, vom Pathos des Fortschritts affizierten Bildungsschicht. Noch deren artifizielle Weltuntergangsszenarien - etwa bei Wagner - bewahrten jenes exklusive Selbstverständnis. Zu ändern vermochten auch die vielfarbig provokanten Avantgardebewegungen der Moderne daran nichts. Erst mit der um die Jahrtausendwende beständig deutlicher ins Auge fallenden Erosion der europäischen Bildungsschicht stellt sich auch die Erwartung der Erosion ihrer originären Kunstform ein. Unzeitgemäßheit Das Musiktheater scheint in die Jahre gekommen zu sein. Seine Akzeptanz wankt. Seine vermeintlich so unverzichtbare Suggestionskraft ächzt unter der Last eines sie unaufhaltsam bedeckenden historischen Mehltaus. Hinzu gesellt sich die Skepsis gegenüber der immer augenfälligeren Unzeitgemäßheit des stofflichen Repertoires. Darunter die dahinschwindende Wirkungsmacht all der von den Opernbildern immerfort betriebenen populärkulturellen Inszenierungen von Geschichte, ihre Konstruktion von Geschichtsbildern, die dekorierte Geschichte überhaupt als bloße Kulisse des Privaten. Ebenso der nachgerade gespenstische Eindruck ihrer patriarchal durchtränkten Stereotypik des Wei

Artikeldetails

EAN
9783866384224
Sprache
Deutsch
Einband / Art
Buch
Maße
219 x 139 x 68 mm
Erscheinungsjahr
2026
Verlag / Hersteller
Dielmann Axel Verlag

Ähnliche Artikel

Tonfabeln

32,00 €