Totenstätte - Städteleben
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Totenstätte - Städteleben

Eine kulturhistorische Betrachtung am Beispiel dreier Friedhöfe Berlin-Weißensee - Dresden Tolkewitz - Hamburg Ohlsdorf

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Beschreibung

Schon im 18. Jahrhundert war über den Friedhof der idealen Stadt philosophiert worden und oft erinnern die Gräberzeilen an die Straßenzüge einer Stadt, gesäumt von ewigen oder temporären Wohnstätten. Damit offenbaren sich Referenzen und Spiegelungen lebensweltlicher, städtischer Strukturen in den Spuren der Totenstädte. Das Grabmal weist den Toten einen festen Ort der Erinnerung zu. Dessen architektonische und gestalterische Umsetzung eröffnet einen Blick auf den epochenspezifischen Umgang mit dem Tod und den Toten, da die Bestattungs- und Trauerkultur in enger Beziehung zur jeweiligen Gesellschaftsstruktur steht und jedes Grab seine Identität hat, hinter der ein Toter sowie Eigentümer stehen, die sich darum kümmern, dass die Substanz erhalten und das Erscheinungsbild bewahrt wird. Die in der Gesellschaft vorherrschenden, zeitgebundenen Vorstellungen von Kunst, Familie, Herkunft, Selbstverständnis, Geschlechterrollen, Körperidealen, Prestige, Bildung und Glaube sowie Abschied und Gedenken, Jenseits und Diesseits offenbaren und kumulieren sich in den Grabanlagen. Die Sepulkralkultur steht also in engem Zusammenhang mit der Alltagskultur, und Lebensbereiche wie Medizin, Technik, Politik, Wirtschaft und Religion greifen in die sepulkrale Gestaltung ein. Sowohl die Grabplastiken als auch die Grabarchitektur resultieren aus diesen Schnittmengen, werden aus ihnen heraus gespeist, aber auch beurteilt. So legte die Medizin unter anderem durch ihre hygienisch motivierten Vorgaben die Größe und die Abstände der Gräber fest. Die Kunstauffassung der Zeit prägte die Ausführung und Gestaltung derselben. Die Religionszugehörigkeit bestimmte die sichtbare Symbolik, setzte Maßstäbe in der Abfassung der Inschriftentexte und entschied über die Ausführung der Grabmalsplastiken. Die Alltagskultur prägte das Bedürfnis der Repräsentation: Dieses stand aber in einem gewissen Gegensatz zum Bedürfnis nach Intimität und Privatheit, das sich in der Abgrenzung nach außen äußerte. Auch dieser

Artikeldetails

EAN
9783943897814
Sprache
Deutsch
Einband / Art
Buch
Maße
304 x 218 x 47 mm
Erscheinungsjahr
2024
Verlag / Hersteller
Text & Dialog GbR

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